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Safer Internet Day 2015 – Pressemitteilung

Bundesbildungsministerin Wanka: Schutz der Privatsphäre muss selbstverständlich werden

EU-Initiative klicksafe meldet Rekordbeteiligung beim Safer Internet Day

„Der Schutz der Privatsphäre muss in der digitalen Welt zur Selbstverständlichkeit werden“, fordert Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka anlässlich des heutigen Safer Internet Days, der in diesem Jahr wieder eine neue Rekordbeteiligung verzeichnet: In über 100 Ländern weltweit und in rund 250 Veranstaltungen in Deutschland machen sich heute Initiativen, Schulen, Medien und Unternehmen für mehr Sicherheit im Internet stark. In Deutschland wird der Safer Internet Day von der EU-Initiative klicksafe koordiniert. Sie stellte heute in der Berliner Ellen-Key-Schule ihr neues ‚Werte-Navi‘ für das digitale Leben vor.

Wie geht man mit anonymen Hass-Kommentaren im Internet um? Sind Livestreams aus dem Kinderzimmer wie bei der Video-Live-Streaming-Plattform „YouNow“ okay? Und gibt es im Netz tatsächlich eine „Verrohung der Sitten“ und einen „Verlust der Werte“? Diese Fragen standen heute im Mittelpunkt der klicksafe-Aktion zum Safer Internet Day. „Im Umgang mit dem Netz gilt vieles heute schon als ‚ganz normal‘, was gestern noch‚ komplett tabu‘ war“, sagt Dr. Jürgen Brautmeier, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten und als Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) mitverantwortlich für klicksafe. „Phänomene wie Cyber-Mobbing, Shitstorms und Hass-Seiten im Internet zeigen, dass technisches Wissen allein im Umgang mit den Medien nicht ausreicht. Unterm Strich sollte sich jeder fragen: Grenzenloses Internet – Wie weit gehe ich?“

Abbildung2_neu Pünktlich zum Safer Internet Day hat die EU-Initiative heute ihr neues Unterrichtsmodul „Ethik macht klick – Werte-Navi fürs digitale Leben“ veröffentlicht. „Es braucht ein relativ stabiles Wertegerüst, um sich in der Online-Welt zu orientieren, denn das Internet kennt keine Grenzen: Die müssen Online-Nutzer für sich selbst setzen“, sagt Renate Pepper, Direktorin der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) in Rheinland-Pfalz und für die Koordination der EU-Initiative verantwortlich. „Das neue Werte-Navi von klicksafe weist da in die richtige Richtung.“ Praxisnah, informativ und unterhaltsam werden hier Themen wie der Schutz der Privatsphäre, Big Data, verletzendes Online-Verhalten und die medial geprägten Männer- und Frauenrollen aufbereitet – insbesondere für Jugendliche. Abbildung2_neu „Der Erwerb einer wertebezogenen Medienkompetenz ist eng mit der Entwicklung und Stärkung der eigenen Persönlichkeit und der Befähigung verbunden, Medien bzw. mediales Handeln zu bewerten, Folgen abzuschätzen und verantwortungsbewusst zu handeln“, sagt Prof. Dr. Petra Grimm, Leiterin des Instituts für Digitale Ethik (IDE) an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart, das das „Werte-Navi“ in enger Zusammenarbeit mit klicksafe entwickelt hat (mehr Informationen zum Thema Medien-Ethik unter www.klicksafe.de/medienethik).

Unterstützt wurde der Safer Internet Day in diesem Jahr auch von Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka: „Wir Nutzerinnen und Nutzer des Internets hinterlassen jeden Tag freiwillig und oft unbemerkt unzählige wertvolle Daten in der digitalen Welt. Etwa bei den Suchmaschinen: Wenn jetzt im Winter bei uns eine Grippewelle ausbrechen sollte, registrieren vielleicht nicht die Gesundheitsämter dies als erste, sondern Google – allein durch die Häufigkeit der Suche nach Grippemitteln. Wir verraten dem Internet auch, welchen Urlaub wir planen, nutzen Gesundheits-Apps, die unsere Fitness kontrollieren oder geben beim Online-Shopping Konto- oder Kreditkartendaten an. Und die meisten von uns wissen zu wenig darüber, welche Daten wofür gesammelt werden. Der Umgang mit dem Internet ist trotz aller Vorteile nicht risikofrei. Nur wer die Gefahren kennt, weiß auch, wie weit er mit seinen persönlichen Daten gehen sollte. Der Schutz der Privatsphäre muss in der digitalen Welt zur Selbstverständlichkeit werden. Wir haben deshalb die Forschungsförderung zum Thema Selbstdatenschutz verstärkt, denn wir brauchen nutzerfreundliche Lösungen für den sicheren Umgang mit den eigenen Daten. Unser Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger in die Lage zu versetzen, souverän die Vorteile der digitalen Welt nutzen zu können.“

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