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Verantwortung der Internet-Giganten –
Brauchen wir eine Politik und Ethik der Algorithmen?

03. Dezember 2015 an der Hochschule der Medien Stuttgart

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Europäisches
Medienrecht e.V. (EMR)

Moderation: Helene Reiner (Institut für Moderation/IMO)

Programmflyer
zur Tagungsberichterstattung

Durch die digitale Revolution haben sich die Rahmenbedingungen für die Privatsphäre gravierend verändert. Niemals zuvor war die potenzielle Erfassung persönlicher bzw. privater Informationen größer: Bei der Nutzung digitaler Dienste bzw. Endgeräte und in einer zunehmend digitalisierten Umwelt (Internet der Dinge) hinterlassen und generieren wir unablässig meist unbewusst persönliche Daten. Das Wissen und die Macht zwischen Anbieter und Nutzer ist dabei ungleich verteilt: Weder wissen die Nutzer, welche Daten in und aus welchem Kontext genutzt werden, noch ist ihnen der Algorithmus bekannt, mittels dessen sie klassifiziert werden. Ebenso ist vielen Nutzern nicht klar, welche Risiken mit der Datafizierung der Privatsphäre verbunden sind. Zudem zeigt sich eine zunehmende Konzentration auf der Anbieterseite: Alphabet (Google), Apple, Facebook, Amazon etc. sind die Big Player, die in unserem Alltag eine wichtige Rolle spielen.
Auch wenn die Förderung von Privatheitskompetenz ein wichtiger Baustein zum Schutz der Privatsphäre ist, bedarf es rechtlicher Rahmenbedingungen, politischer Verantwortung und technischer Entwicklungen, die garantieren, dass wir Nutzer an der digitalen Gesellschaft teilhaben können, ohne mit unseren privaten Daten zahlen zu müssen.
Wenn der Schutz der Privatsphäre nicht mehr gewährleistet ist, beeinträchtigt dies nicht nur die individuelle Handlungsfreiheit, sondern auch das Gemeinwohl, da ein freiheitlich demokratisches Gemeinwesen auf die selbstbestimmte Mitwirkung seiner Bürger angewiesen ist.
Ein besonderes Wissensgefälle besteht hinsichtlich Algorithmen, die man als Kernelement des Betriebssystems der digitalen Gesellschaft verstehen kann. Algorithmen entscheiden, welche Informationen an welcher Stelle innerhalb einer Suchanfrage erscheinen, und sie schätzen ein, ob eine Person etwa kreditwürdig ist. Welche Faktoren dabei genau ausschlaggebend sind und wie sie gewichtet werden, ist weitgehend intransparent. Reduziert die durchdringende Algorithmisierung der Welt menschliches Handeln auf maschinell verwertbare Vorgänge? Wie weit setzen Recht und Ethik dieser Entwicklung Grenzen?

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