International Wedding Photography Slava Ebinger

Workshops

16.45 – 18.15 Uhr, parallel
Anmeldung unter: info@hospitalhof.de

Workshop 1: Politik statt Fashion, Food & Fitness – Wie (politische) Influencer zur Meinungsbildung beitragen

Tobias List (Institut für Digitale Ethik, Hochschule der Medien Stuttgart)

Influencer sind aus der Marketingwelt längst nicht mehr wegzudenken. Dabei bewerben sie meist unterschiedliche Produkte und werden hierfür von den Herstellern bezahlt. Was aber passiert, wenn statt Produkten politische Positionen beworben werden?
Das veränderte Mediennutzungsverhalten ist längst auch in der politischen Kommunikation angekommen. Parteien und Abgeordnete sind auf zahlreichen Social Media-Kanälen vertreten und verbreiten ihre politischen Botschaften in die Öffentlichkeit. Dabei gelingt es ihnen jedoch meist nur bedingt, authentisch zu wirken und mit ihren Botschaften an die junge Zielgruppe durchzudringen. Komplexe politische Debatten sind dabei in Social Media sowieso meist nicht zu erwarten. Zunehmend schaffen auch Influencer (bspw. LeFloid, Jung&Naiv (Tilo Jung), aber auch Gronkh) mit „privaten Meinungen“ zu aktuellen Themen eine große Öffentlichkeit und tragen damit zur (politischen) Meinungsbildung der eigenen Follower bei. Im Gegensatz zu politischen Akteuren wirken sie dabei authentisch und glaubwürdig. Dabei machen Influencer sowohl recht offen, aber teilweise auch unterschwellig Werbung für Parteien, Personen oder Gesetzesvorhaben. Hieraus ergeben sich neue Potentiale und auch Risiken für die politische Kommunikation: Was folgt für die politische Meinungsbildung, wenn (junge) Wählerinnen und Wähler von Influencern „beeinflusst“ werden, während sie von anderen Medienkanäle immer weniger erreicht werden? Kann man überhaupt davon ausgehen, dass sich die Mobilisierungspotentiale von Influencern auf politische Inhalte übertragen lassen und welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus möglicherweise für die politische Kommunikation und politische Debatten?
In diesem Workshop wird analysiert, ob und inwieweit Influencer mit ihren Botschaften Einfluss auf den Europawahlkampf 2019 nehmen. Dabei steht politische Wahlkampfunterstützung von Influencern auf unterschiedlichen Plattformen insb. Twitter, YouTube und Instagram im Vordergrund. (Hinweis: In Deutschland findet die Europawahl am 26. Mai 2019 statt.)


Workshop 2: Meine Daten gehören doch mir?! Sicher surfen im Internet

Lea Watzinger (Universität Passau)

Ist es möglich, im Netz etwas zu veröffentlichen, ohne dass es gleich die ganze Welt sehen kann? Oder muss ich mir darüber klar sein, dass alles, was im Internet einmal hochgeladen ist, niemals verschwindet? Was kann ich selbst tun, um meine Privatsphäre in Social Media zu schützen?
Datenskandale, Hacker-Angriffe aber auch Äußerungen von Managern aus dem Silicon Valley erschüttern das Vertrauen in Soziale Medien wie Facebook & Co. Trotzdem sind die meisten Menschen angemeldet, mitunter mit schlechtem Gefühl. In diesem Workshop werden daher die Standard-Datenschutz-Einstellungen in den Blick genommen. Zusammen mit den Anwesenden werden Fragen erörtert, inwiefern Privatsphäre im digitalen Raum wichtig und möglich ist und was der/die Einzelne tun kann, um sich zu schützen.


Workshop 3: Access to Privacy. Netzkunst, Privatheit und Digitalisierung

Hannah Zipfel (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) & Alix Michell (Universität Passau)

Durch Kunst kann Unbekanntes entdeckt und Bekanntes aus neuen Perspektiven betrachtet werden. Sie ermöglicht es, Abstand zu etwas zu gewinnen, das uns eigentlich vertraut scheint und so vielleicht anders darüber nachzudenken.
Wir bewegen uns tagtäglich in einer digitalisierten Welt. Der virtuelle Raum ist eng mit unserer physischen Welt verwoben. Was hier passiert, zeigt dort Auswirkungen. Und dennoch entziehen sich viele Prozesse unserem Überblick. Am 22. Mai 2019 zeigen wir deshalb Arbeiten aus dem Bereich Netzkunst, die sich mit der digitalisierten Gesellschaft auseinandersetzten. In ihnen wird der Kult der Selbstinszenierung und des expliziten Ausstellens von (vermeintlich) Privatem verhandelt. Wie viel Persönliches ist im Netz in Ordnung oder wird sogar als wünschenswert verstanden? Was ist zu viel, was ist zu intim? Oder gibt es das gar nicht mehr? Und was passiert eigentlich, wenn man sich diesen Regeln widersetzt? Netzkünstler*innen haben diese Grenzen ausgelotet und das in Bildern und Videos dokumentiert. Durch ihre Arbeiten werden wir im Workshop unsere Online-Gesellschaft und die dort gültigen Normen und Regeln gemeinsam betrachten, diskutieren und infrage stellen.