International Wedding Photography Slava Ebinger

Eine kleine Filmgeschichte der Privatheit

15:00 – 16:30 Uhr, Paul-Lechler-Saal

Kilian Hauptmann, Martin Hennig (Universität Passau)

Privatheit und Überwachung sind angesichts immer neuer Datenskandale aktuell allgegenwärtige Themen in Politik und Gesellschaft. Die Digitalisierung und damit neuartige Überwachungsmöglichkeiten verändern aber möglicherweise auch unsere Wahrnehmung und Bewertung von Privatheit. Um dem nachzugehen, lohnt sich ein Blick auf die Filmgeschichte. Denn Privatheit und Überwachung sind bereits Themen der Stummfilmzeit, die seitdem in Abhängigkeit von historischen und kulturellen Ereignissen (etwa nach den Anschlägen vom 11. September 2001 oder in Folge des ‚NSA-Skandals‘) immer wieder neu verhandelt werden. Dabei lassen Beispiele aus unterschiedlichen Kulturen oder zu verschiedenen historischen Zeitpunkten Rückschlüsse auf die kulturelle Wahrnehmung der Themen und ebenso einen Perspektivwechsel zu.
Gleichzeitig formt die Art und Weise, wie Überwachung im Film dargestellt wird, unser aller Vorstellung von technischen Möglichkeiten und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Mit Blick auf den digitalen Medienwandel müssen wir uns also fragen: Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Darstellungen von (Kamera-)Überwachung und Datenüberwachung ergeben sich? Geben uns die „Geschichten über Überwachung“ bestimmte Werte vor und wenn ja, welche? Im Vortrag wollen wir deshalb Filmklassiker wie Alfred Hitchcocks Das Fenster zum Hof und Michael Radfords 1984 sowie aktuellere Beispiele wie Tony Scotts Der Staatsfeind Nummer 1 oder Oliver Stones Snowden vorstellen und gemeinsam mit dem Publikum die jeweiligen Darstellungen von Themen wie ‚Voyeurismus‘, ‚Überwachung durch Geheimdienste‘, ‚Privatheit im digitalen Zeitalter‘ etc. analysieren und diskutieren.